Da es ja doch rauskommt, gestehe ich besser gleich zu Anfang: das nachfolgende Exklusivinterview habe ich mit mir selbst geführt. Es ist quasi ein Zwiegespräch von „Ich + Ich“ oder „Klaus & Klaus“. Ich führte das Gespräch, weil in den letzten Tagen diverse Mails bei mir eintrafen, die alle wissen wollten, was es denn mit meinem neuen Buch „Vorsprung mit Konzept“ auf sich hat. Hier sind die häufigsten Fragen und Antworten:
Heute wird fast jede Neuveröffentlichung als sensationell bezeichnet. Darunter macht es keiner mehr. Lieber Klaus, bringe auf den Punkt, was das Sensationelle an deinem neuen Buch ist?
Nichts einfacher als das! Vorsprung mit Konzept ist ein sensationelles Enthüllungsbuch und grenzt an Geheimnisverrat! Nein, im Ernst – in fast 25 Jahren als Konzeptioner für Unternehmens- und Marketingkommunikation habe ich einen reichen Erfahrungsschatz angesammelt und im neuen Konzeptionsbuch lasse ich mir in die persönliche Erfahrungsschatztruhe schauen und lege alles offen. Ich decke meine Konzeptionergeheimnisse auf und verrate all die kleinen Kniffs, die mir im Ernstfall auf die Sprünge helfen.
Wie entstehen deine Konzepte? Wie sieht besagter Ernstfall aus?
Die Mehrzahl meiner Konzepte entsteht live in Workshops zusammen mit meinen Auftraggebern. Dort arbeite ich oft mit Leuten, die auf dem Terrain von Kommunikation und Konzeption alles andere als trittsicher sind. Mir bleiben ein oder zwei Tage Zeit und dann muss ein einsatztaugliches Konzept stehen - komme, was da wolle. Du kannst dir vorstellen, dass ich aufgrund dieser Frontsituation schnell gelernt habe, die konzeptionelle Arbeit auf Kurs zu halten. Ich setze nur Regeln und Methoden ein, die tadellos funktionieren - und diese überlebenswichtigen Erfahrungswerte sind die tragenden Pfeiler meines neuen Buches.
Wie neu und revolutionär ist „Vorsprung mit Konzept“?
Revolutionär? I wo! Das Konzeptionsbuch bleibt auf dem Boden der geordneten Konzeption und entwickelt die gängigen Regeln und Methoden evolutionär weiter. Ich habe jahrelang geschraubt und gefeilt, bis der konzeptionelle Motor wie geschmiert lief. Im Buch zeige ich für jedes Rädchen im konzeptionellen Getriebe, wie es funktioniert und wie es mit den anderen zusammenwirkt.
Kannst du ein Beispiel nennen?
Nimm die Analyse der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken- kurz: SWOT-Analyse. Damit baut man zu Beginn der konzeptionellen Arbeit ein übersichtliches Lagebild: Schaut her, so stehen wir da! Mein Buch bleibt dran und macht anschaulich, wie sich im anschließenden strategischen Teil viele maßgebliche Koordinaten direkt aus den Faktoren der SWOT-Analyse ableiten lassen.
Was unterscheidet das neue Buch von deinem vor einigen Jahren erschienenen Klassiker „Das Kommunikations-konzept“?
Einerseits stecken im neuen Buch acht weitere Jahre an Erfahrung. Andererseits sehe ich „Das Konzeptionskonzept“ als grundlegendes Handbuch, das den gesamten Horizont des Kommunikationskonzepts ableuchtet und alle gängigen Methoden ausführlich darstellt, während ich „Vorsprung mit Konzept“ als kompakte Gebrauchsanweisung geschrieben habe, die den Leser zielsicher auf die Spur guter Konzeptionsarbeit bringen soll.
Bei wem siehst du Bedarf für eine solche Gebrauchsanweisung?
Die Mechanismen moderner Unternehmens- und Marketingkommunikation sind verflucht komplex geworden. Immer mehr Unternehmen spüren, dass sie ohne klare Linienführung in der Kommunikation nicht ans Ziel kommen. Ihnen will das Buch praktische Hilfestellung geben. Und es spricht nicht nur Wirtschaftsunternehmen an, sondern auch soziale, humanitäre, kulturelle, sportliche und wissenschaftliche Organisationen aller Art. Seit Neuestem fragen sogar Schulen bei mir an und melden konzeptionellen Bedarf an.
Dein Buch will dem Konzept also zum großen Durchbruch verhelfen?
Seit einem Vierteljahrhundert kämpfe ich gegen das nicht totzukriegende Vorurteil, dass Konzeptentwicklung schwierig ist. Viele schrecken davor zurück und fühlen sich überfordert. Mein Buch will Mut zum Konzept machen. Konzeption ist nicht schwierig, sie wird nur schwierig gemacht. Mit einem kleinen Werkzeugkasten an methodischen Instrumenten und ein wenig Übung lassen sich die meisten Kommunikationsaufgaben in kurzer Zeit in Griff bekommen.
In kurzer Zeit? Untertreibst du da nicht. Ich höre immer von Leuten, die sich wochen- und monatelang mit ihren Konzepten abmühen.
Zu viel Arbeits- und Zeitaufwand bekommt keinem Konzept, es verfettet und verliert seine Wendigkeit. Ein gutes Konzept ist ein schlankes Konzept und braucht wenig Entwicklungszeit. So wie ich es im Buch beschreibe, reichen in einfachen Fällen schon ein, in komplexen Fällen zwei Tage bis der erste große Entwurf steht und alle erkennen, wo es langgeht. Wer länger braucht, der hüte sich vor ungesundem Übergewicht. In diesem Sinne ist mein Buch durchaus als Schlankheitsbuch zu verstehen.
Anfangs gab es Lieferschwierigkeiten, hat „Vorsprung mit Konzept“ inzwischen den Sprung in den Handel geschafft?
Die Startprobleme scheinen überwunden. Seit gut zwei Wochen kann man das Buch im Internet oder im Buchladen um die Ecke bestellen.