„Wir sind doch eine Familie! Wir müssen zusammenhalten!“ Das predige ich meinen Lieben jeden Sonntag aufs Neue (Corporate Identity). Es beginnt schon frühmorgens, wenn alle ausgerechnet zur gleichen Zeit wie ich aufs Klo müssen und wild an der Tür rütteln (Corporate Digestion). Nach dem gemeinsamen Frühstück (Corporate Breakfast) geht es ans Abwaschen (Corporate Dishing). Nur unter Protest lassen sich die Kinder dazu drängen, beim Abtrocknen zu helfen. Im Grunde müssten wir anschließend das allgemeine Durcheinander in allen Räumen beseitigen (Corporate Chaos), aber dazu fehlt schlichtweg die Energie (Corporate Laziness).
Meine Frau verkündet, dass sie auch keinerlei Lust verspüre, die Sonntagsschnitzel zu braten. Da bleibt uns nur ein Abstecher ins benachbarte Fast Food Paradies (Corporate Fried Chicken). Eigentlich ist das kein guter Einfall, denn wir neigen alle zu Übergewicht (Corporate Corpulence). Aber die Kinder sind begeistert und schwärmen im Chor von den „krass krossen Chicken Wings“ (Corporate Wording). Bevor wir aufbrechen, besteht meine Frau eisern darauf, dass die Kinder sich anständige Klamotten anziehen (Corporate Design) und die Turnschuhe richtig mit Schleife zubinden (Corporate Culture). Später im Restaurant benimmt sich der Nachwuchs erstaunlich gesittet (Corporate Behaviour). Der anschließende obligate Sonntagsfamilienspaziergang (Corporate Walk) muss jedoch ausfallen, weil es in Bindfäden zu regnen anfängt.
Also sitzen wir den Nachmittag im Wohnzimmer rum, quatschen über Gott und die Welt (Corporate Communication) und langweilen uns (Corporate Boredom). Am Abend schlägt mein Sohn vor, die Glotze einzuschalten. Jeder will ein anderes Programm, so dass wir in einer Tour hin und her schalten (Corporate Zapping). Am Ende gibt es einen dicken Streit (Corporate Discord) und alle ziehen sich beleidigt in ihre Schmollwinkel zurück. Gemeinsam geht vieles besser. Sogar streiten!
"Corporate Chaos" kommt mir irgendwie bekannt vor. Was noch fehlt: "Corporate Governance" - wenn die Ehefrau sagt, was gemacht wird, und keiner ein Widerwort wagt. ;-) Ist in manchen Familien eng verwand mit "Corporate Dictatorship" ...
Kommentiert von: Marketingblogger | 16. November 05 um 12:34 Uhr