Die neue Großschreibkultur
Um sich einen Namen zu machen, greifen immer mehr Unternehmen zu Freistilmethoden in der Groß- und Kleinschreibung. Eine große Autovermietung heißt nicht Interrent sondern InterRent. Ein bekanntes Internetportal hört auf den Namen ImmobilienScout. Und der Spielcomputer meines Sohnes schreibt sich nicht Playstation oder Play-Station oder Play Station sondern PlayStation.
Und die Großschreibsucht greift immer weiter um sich. Neulich bin ich mal wieder mit der Bahn gefahren. Am Schalter im Bahnhof Friedrichstraße kaufte ich mir ein Ticket für die SparNight. Auf dem Bahnsteig stand nicht der erwartete Nachtzug. An den Seiten prangte in großen Lettern– na, raten Sie mal: NachtZug.
Sogar in meiner Nachbarschaft ist der buchstäbliche Größenwahn nicht mehr aufzuhalten. Der neue Bäckerladen an der Ecke nennt sich BackHaus. Auch der Friseurladen hat seinen Namen auftoupiert. Er heißt jetzt: Die DauerWelle.
Aber vielleicht sehe ich das Ganze auch zu kleingeistig. Vielleicht können die hochgestylten Großbuchstaben unser Schriftbild ja auch enorm beleben. Ich denke da zum Beispiel an RandgruppeN. Oder LINksdrall. Oder minderwertigkeitKomplex.
HochAchtungsVoll
Klaus SchmidBauer

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