Meine Studenten entwickeln in den nächsten Wochen ein Kommunikationskonzept für „Goal“. Das ist ein Fußballladen in Berlin Kreuzberg direkt am Heinrichplatz. Letzte Woche waren wir zusammen vor Ort beim Briefinggespräch.
Betritt der Kunde den Laden, kommt er sofort ins Spiel. Denn der gesamte Fußboden ist ein grüner Rasen mit weißen Spiellinien. In der Mitte am Anspielpunkt liegt der Ball. Das Tor steht gleich neben der Kasse. Links und rechts ragen die Tribünen auf. Dort auf den Stadionrängen stehen dicht an dicht die Dinge, die es zu kaufen gibt. Goal hat eine eigene Fantasie-Trikot-Kollektion. Es gibt Taschen in Fußballform, eine Tasse für Schiedsrichter, einen Papierkorb als Tor und ein Buch als Ball – eine ideenreiche Welt für den Fußball.
Aber Vorsicht! Abseitsfalle! Goal ist anders. Es gibt nichts zu kaufen, was mit Vereinen, Stars und Fankult zu tun hat. Keine knallbunten Utensilien für Bundesliga und Fußball-WM. Diese ganzen infantilen Insignien des Männerkults müssen draußen bleiben.
Spielmacher von Goal ist eine Frau. Das dürfte der Grund sein. Die Welt des Fußballs am Heinrichplatz ist ganz und gar keine Männerwelt. Da wird nicht über den Bundestrainer gelästert und über die Spielergebnisse vom Wochenende gestritten. Die übliche biergetränkte, überlautstarke und dicktuerische Dunstglocke rund um die Welt des Fußballs - im Goal gibt es sie nicht. Einfach nur die Liebe zum Fußball pur.
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