Ich brüte gerade über einem Konzept zur Motivation von Managern. Ein wichtiges Kapitel sind die so genannten „Incentives“. Nie gehört? Also, Incentives nennt man besondere Belohnungen, die Anreiz für mehr Leistung geben und die Bindung ans Unternehmen erhöhen.
Die Direktive meines Auftraggebers ist eindeutig. Kein Geld! Keine Geschenke! Es soll ein ganz außergewöhnliches Erlebnis werden. Ein Erlebnis, das so nicht alle Tage passiert. Ein Erlebnis, an das sich alle noch lange erinnern.
Gar nicht so einfach! Ich forsche im Internet nach. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Wochenende im polaren Eishotel mit Drink an der Eisbar und Übernachtung im coolen Eisbett? Oder mit einem schwebenden Candlelight-Dinner in einer Seilbahngondel hoch in den Alpen mit anschließendem Hubschrauberflug über den schönsten Gletscher Europas? Auf der Suche nach dem letzten Schrei geht mir langsam die Puste aus.
Aber Gott sei Dank gibt es einen neuen Trend. Im Zuge des „Corporate Citizenship“ öffnen sich für die Motivation ganz neue Horizonte. Die Unternehmen schielen nicht mehr nur auf die Rendite, sondern verstehen sich als „gute Bürger“ und wollen sich einsetzen. Eine Spielart ist der freiwillige Arbeitseinsatz der Mitarbeiter. In der DDR nannte man so etwas „Subotnik“. In Neudeutsch heißt es „Corporate Volunteering“. Ab sofort ist das Incentive nicht mehr Vergnügen, sondern handfeste Arbeit. Die Manager ziehen ihren Anzug aus und den Overall an. Sie legen das Handy aus der Hand, greifen zum Malerpinsel und renovieren den maroden Spielplatz eines Kinderheims.
Das ist doch mal was anderes! Wenn die Manager abends nach getaner Arbeit dann in Harry ´s New York Bar den Tag bei Whiskey und Zigarre Revue passieren lassen, sind alle hoch zufrieden. Es tut gut, etwas Gutes zu tun.
Zwei Initiativen bzw. Websites, die weiterhelfen, wenn es um gute Taten im Bereich der Corporate Responsibility und Corporate Volunteering geht:
- www.upj-online.de – Das Portal für Corporate Citizenship
- www.gute-tat.de – Die Plattform für soziale Projekte