Deutschland stirbt aus! Ein Hilferuf hallt durch die gesamte Medienlandschaft. Die Statistiker liefern die passenden Untergangsszenarien dazu und inzwischen hat auch die Politik das Themenfeld wortreich besetzt.
Wie ist eigentlich der „Familienstand“ in der deutschen PR-, Event- und Werbebranche? Neulich beklagte sich ein Agenturmitarbeiter diesbezüglich bei mir: „Die Agentur ist unser Familienersatz, weil keine Zeit für eine eigene Familie bleibt.“ Wohl wahr! Mir fällt ein, dass so gut wie alle Agenturfrauen, die ich in den letzten 20 Jahren getroffen habe, von der Agentur-Bildfläche verschwunden waren, sobald sie ein Kind bekamen. Sie sind auch nach Mutterschutz und Erziehungsurlaub nicht an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Perdu!
Nur zwei Ausnahmen fallen mir ein. Die Eine war in Führungsposition und konnte sich ein Kindermädchen leisten. Die Andere hat nach vier Monaten entnervt aufgegeben – zerrieben zwischen Mutterpflichten und Agenturstress. Immer für laufende Projekte und Pitches da zu sein, das Agenturteam nie in Stich lassen – das läuft nicht mehr richtig, sobald man Familie zu Hause hat.
Wenn ich die Politik richtig verstehe, dann fordert sie auf der einen Seite mehr Leistung und Flexibilität vom Einzelnen. Der Effizienz gehört die Zukunft. Auf der anderen Seite sollen wir wieder mehr für die Familie leben. Den Kindern gehört die Zukunft. Was denn nun? Am Anschauungsbeispiel der Kommunikationsbranche lässt sich doch unschwer erkennen, dass beides kaum zusammenläuft. Wo mehr Effizienz und Leistung das Leben prägt, ist fast zwangsläufig weniger Platz für Familie und Kinder.
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