Ein gutes Konzept darf nie nüchtern nur auf Gewohntes, Gelerntes und Geläufiges setzen. Ein gutes Konzept enthält immer auch Visionen und setzt Vorbilder. Denn den entscheidenden Kommunikationsvorsprung erlangt man auf inspirierenden Überholspuren und nicht auf eingefahrenen Mittelwegen.
Deshalb nehme ich mir stets vor, ein Konzept zu schreiben, mit dem mein Auftraggeber über seinen eigenen Schatten springen könnte, wenn er nur wollte. Manchmal muss ich dazu das Faktische ein wenig entmachten, um die Fantasie zu beflügeln. An solchen Stellen nimmt mein Konzepttext dann häufig mit „Denkbar wäre…“ den nötigen Anlauf.
„Denkbar wäre…“ platziere ich als semantische Startrampe für meine Visionen. Eine kurze konjunktivische Wortfolge befreit mich aus allen Sachzwängen und verleiht mir für einige Sätze eine völlige konzeptionelle Freiheit. Wie bei einem Parabelflug, wird alles schwerelos und man darf schreiben, was einem vorschwebt.
Gleichzeitig nutze ich „Denkbar wäre…“ auch gern als Freibrief. Weil es eine Floskel ist, die mich geschickt aus jeglicher Verantwortung entlässt. Niemand kann mich auf die Folgesätze festnageln. Schließlich sind die Gedanken frei - das weiß doch jeder!
P.S.: Eine denkbare Alternative zu „Denkbar wäre..“ wäre übrigens „Man stelle sich vor…“.
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