Die Definition der Zielgruppen hat so ihre Tücken. Trifft man die relevanten Gruppen nicht punktgenau, verpufft die Kommunikationswirkung. Ich nehme mir deshalb viel Zeit für die Ausarbeitung der Zielgruppen.
Eine zentrale Funktion in meinen Zielgruppenkonstellationen haben die so genannten Mittler- oder Multiplikatorenzielgruppen. Typische Mittler sind Medien, Meinungsführer oder Innovatoren. Aufgrund ihrer zentralen Stellung im Kommunikationsumfeld können sie meine Botschaften exponentiell verstärken und vervielfältigen. Die richtige Mittler an der richtigen Stelle wirken wie ein Turbo-Antrieb für jede Kommunikationskampagne.
Heute feiere ich eine Premiere. Zum ersten Mal taucht in einem meiner Konzepte ein neuer Gattungsbegriff auf, der zur Familie der Mittlerzielgruppen gehört: der „Komplementor“. Besagte Gruppierung habe ich mir bei Michael Porter ausgeliehen und für meine konzeptionelle Arbeit angepasst. Unter Komplementoren verstehe ich Unternehmen oder Institutionen, die aufgrund ihrer verwandten Leistung oder ähnlichen Einstellung als Helfer und Unterstützer des Kommunikationsabsenders eingesetzt werden können. Innerhalb der Kommunikation werde ich die Komplementoren gezielt stimulieren, um ihre Unterstützung zu maximieren. Mit ausgewählten Komplementoren lohnt es sich sogar, eine feste Kooperation zu vereinbaren. Für beide Seiten entsteht in der Folge die viel gerühmte „Win-Win-Situation“.
Zwar tauchte die Gruppe der Komplementoren in der Vergangenheit schon häufiger in meinen Konzepten auf. Ich hatte sie bisher aber nur intuitiv erfasst und nicht methodisch verankert. Konkrete Beispiele gefällig? In das Konzept für ein Krankenhaus baute ich die umliegenden Apotheken als Kooperationspartner ein. In einem Konzept für einen großen Autohändler habe ich eine Kommunikationsallianz mit einer Fahrschulkette vorgeschlagen.
Mein abschließende Prognose: Intern geraten die Kommunikationsetats immer stärker unter Effizienzdruck und extern schwächt die Kommunikationsflut die Wirkung weiter ab. Kommunikative Allianzen („Coopetition“-Strategien) mit positiv eingestellten Dritten werden aufgrund ihren Spar- und Synergieeffekte folglich immer wichtiger für eine nachhaltige Kommunikation.
Kommentare