Nur mal angenommen, ich baue ein Kommunikationskonzept für ein Unternehmen. Dann muss ich im strategischen Teil meines Konzepts das Unternehmen in den Köpfen der Leute attraktiv positionieren, um beachtet und geachtet zu werden. Die Leute wollen wissen, wofür mein Unternehmen steht. Die Positionierung bestimmt den richtigen Standort.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Positionierung eine Dauerstellung ist. Einmal bestimmt, hat sie für lange Zeit Bestand. Das ist ein gewichtiger Erfahrungswert, allerdings kein Dogma. Im konkreten Einzelfall ist durchaus eine schnelle taktische Positionsänderung möglich, bisweilen sogar erforderlich. Insbesondere in außergewöhnlichen Kommunikationssituationen entpuppt sich die gewohnte strategische Position als nicht standfest genug. Dann wird sie durch eine taktische Positionierung situationsgerecht modifiziert und spezialisiert.
Beispielsweise kann es in einer gefährlichen Krisensituation notwendig werden, eine spezifizierte Unternehmensposition zu definieren und die Maßnahmen der Krisenkommunikation daran auszurichten. Die taktische Positionierung wird dann für die Dauer der Krise aufrechterhalten. Oder nehmen wir die berüchtigten Jubiläen. Da mag es im Jubiläumsjahr sinnvoll sein, die Positionierung dem Anlass entsprechend an den Polen von Tradition und Zukunft auszurichten. Ich habe sogar schon eine taktische Positionierung für nur eine einzige Stunde entwickelt. Eine wichtige asiatische Wirtschaftsdelegation kam ins Unternehmen und für diese einmalige Kommunikationschance entstand eine angepasste Positionierung als Richtgröße für die Gestaltung der Betriebsbesichtigung.
Kommentare