„In meiner Abteilung bestehen Werbung und Öffentlichkeitsarbeit hauptsächlich aus Pflichtaufgaben und Routine. Spaß macht das nicht. Aber der Etat ist so bescheiden, da kann die Kommunikation einfach keine großen Sprünge machen.“ So entschuldigte sich dieser Tage ein sichtbar frustrierter Marketingleiter bei mir.
Kleiner Etat = wenig Kommunikationsdruck = kaum Wirkung, lautete seine simple Misserfolgsformel. Das klingt irgendwie einleuchtend– ist es aber in vielen Fällen nicht. In der Gleichung fehlt eine Unbekannte mit positiv exponentieller Wirkung: die gute Idee.
Unternehmen und Institutionen mit kleinem Budgetrahmen sind nämlich keineswegs zur totalen Wirkungslosigkeit in der Kommunikationsarbeit verdammt. Auch sie können viel in Bewegung setzen. Sie müssen der großen Konkurrenz nur eine Idee voraus sein. Durch gute Ideen lässt sich ein kleiner Etat häufig mehr als aufwiegen.
Die Kunst mit kleinem Budget große Wirkung zu erzielen, heißt im Trenddeutsch auch „Moskito-Marketing“. Aber aufgepasst! Was da heutzutage von manchen Agenturen unter dem Stichwort Moskito-Marketing als Wunderwaffe angepriesen wird, ist oft nur ein wilder konzeptionsloser Schwarm von Ideen, der zwar kurzseitig heftigen Juckreiz auslöst, aber nicht unter die Haut gehen will und keinerlei bleibenden Eindruck hinterlässt.
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