Gründlich ausgeschlafen, gut gefrühstückt, die Kinder sind ins Kino gegangen und ich habe Muße, um mich umzutun, was es Neues gibt im Web.
Zuerst stoße ich auf die Site von BarcampBerlin. Barcamp? Nie gehört! Ich lerne, dass das eine neue Workshop-Spielart ist. Nach Open Space und Fish Bowl jetzt Barcamp! Da wäre ich gern dabei gewesen. Gleich darauf gelange ich über einen Link zum neuen Media Coffee Blog. So nennt sich das nagelneue All Star-Weblog der PR-Branche. Mich interessiert, welche branchenbekannten Namen da den Kaffee aufbrühen, darum auf die Autoren-Seite geklickt. Während ich die Portraits durchscrolle, fällt mir ganz plötzlich eine Schuppe von den Augen: Männer, Männer, Männer. Von 25 Autoren sind nur 2 Frauen. Ich bin leicht irritiert. Vielleicht liegt das daran, dass ich kürzlich ein Konzept zum Europäischen Jahr der Gleichstellung 2007 geschrieben habe. Das dürfte mich irgendwie sensibilisiert haben. Ich nehme also die Spur auf und will es genauer wissen.
Mein Weg führt mich zurück zu BarcampBerlin. Tatsächlich: das war kein Einzelfall! Unter den168 Teilnehmern identifiziere ich nur magere 9 Frauen. Damit ich keine voreiligen Schlüsse ziehe, will ich zur Sicherheit noch einen weiteren Check machen. Ich überprüfe kurzerhand alle 18 Weblogs aus der Kommunikations- und Marketingbranche, deren Newsfeed ich abonniert habe. Auch da wieder die gleiche Schlagseite. Von den 18 Blogs ist nur ein einziges Logbuch von einer Frau, bei 2 Blogs schreibt eine Frau mit, doch der große Rest ist Männersache.
Das Web 2.0 – ein Spielplatz für Männer? Das darf doch noch wahr sein! Oder doch?
"Während ich die Portraits durchscrolle, fällt mir ganz plötzlich eine Schuppe von den Augen: Männer, Männer, Männer"
Das ist in der Tat ein echter Schwachpunkt, wir hätten gerne viel mehr Frauen dabei, aber es stehen leider kaum Frauen an der Spitze von Agenturen oder Medien oder Verbänden, und das ist nun mal das Profil der Autorenschaft ...
Kommentiert von: KP Frahm | 09. Oktober 06 um 13:37 Uhr