Die Positionierung ist ein fester Achspunkt jedes Kommunikationskonzepts. Sie definiert, welches psychologische Abbild von Unternehmen, Produkt oder Dienstleistung ich in den Köpfen meiner Zielgruppe verankern will. Eine gute Positionierung ist eigenständig und spitz. Sie hebt sich markant vom Umfeld ab und erregt die Aufmerksamkeit der Zielgruppen.
In der Regel drehen sich meine Konzepte nur um eine einzige zentrale Positionierung, die sich als prägende Orientierungsgröße durch die gesamte Kommunikationsarbeit zieht. Die Tandempositionierung stellt eine Ausnahme von dieser Regel dar, denn hier bestimme ich im Strategieteil meines Konzepts parallel gleich zwei Positionen.
Dazu fällt mir folgendes Beispiel ein: Ein Verband organisierte seit Jahren eine Tagungsreihe, die sich in der Branche fest etabliert hatte. Die Tagung war nicht Selbstzweck, sondern verstand sich vorrangig als Vehikel, um die Reputation des Verbandes zu stärken und den Dialog mit den Verbandsmitgliedern zu fördern. In der letzten Zeit verlor die Tagung zunehmend an Teilnehmern und in der Branche kamen kritische Stimmen auf. Eine kommunikative Auffrischung des Events schien dringend erforderlich und mein Konzept sollte die Grundlagen dafür legen. Innerhalb des Konzepts habe ich dann im ersten Schritt den Verband und im zweiten Schritt seine Tagungsreihe für den Kommunikationsauftritt vorteilhaft in Position gebracht. Dieser kombinierte Doppelschritt war nötig, weil Verband und Tagung eine symbiotische Beziehung haben. Würde ich nur den Verband oder nur die Tagung positionieren, hätte ich das für die Kommunikation relevante Bezugsfeld nur zur Hälfte erfasst.
Man bezeichnet diese spezielle Positionierungstechnik als Tandem, weil die Positionierungen nicht unabhängig voneinander zu erarbeiten sind. Es ist entscheidend, dass ich sie akkurat aufeinander abstimme. Wie beim echten Tandem müssen beide einträchtig in die Pedalen treten und konzeptionell in die gleiche Richtung lenken.
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