Meine Auftraggeber zieren sich gerne, wenn es darum geht, ein konkretes Etatvolumen für die Maßnahmenplanung im Konzept vorzugeben. Gegen diese Geheimniskrämerei wehre ich mich vehement, denn ich muss ungefähr einschätzen können, wie viel Geld zur Verfügung steht, damit ich meine Konzeptvorschläge darauf zuschneiden kann. Es macht nämlich einen kolossalen Unterschied, ob ich 30.000, 300.000 oder 3.000.000 Euro zum Verplanen habe. Unterschiedliche Etatgrößen erfordern eine ganz andere Herangehensweise an Strategie und Maßnahmen. Ich kann mit einem kleinen und mit einem großen Etat für ein Unternehmen sinnvoll Kommunikation machen. Beides ist machbar. Nur sähen die beiden Konzepte in der Wegführung völlig anders aus.
Gelegentlich beauftragt mich ein Auftraggeber für seine nächste Kampagne, nennt bereitwillig den Etat, lässt mich das Konzept fertig stellen und verkündet anschließend, dass der Etat vom Vorstand überraschend um ein Drittel gekürzt wurde. Damit ist das Konzept in der Regel reif für die Tonne. Denn man kann nicht einfach ein durchdachtes Maßnahmensystem mit einer entsprechend großen Spannweite um ein Drittel zurückfahren. Die Maßnahmen würden Halt und Statik verlieren und das kommunikative Gebäude zum Einsturz bringen.
Ich kämpfe daher bei jedem Konzeptjob entschlossen um eine zuverlässige Etatvorgabe. Hält der Auftraggeber dennoch den Etat streng geheim, dann gehe ich notgedrungen optional an die Arbeit. Ich entwickle mein Konzept in der schlichten Grundausstattung, mit allem, was an Maßnahmen im Minimum nötig ist, um die gestellte Kommunikationsaufgabe zu lösen. Dazu entstehen mehrere flexible Ausbaumodule, die mit zusätzlichen Aktivitäten mehr Komfort und Sicherheit in die Kommunikation bringen. Diese flexible Konzeptentwicklung macht zwar viel mehr Arbeit, bringt mich aber auf die sichere Seite.
Überraschenderweise entscheiden sich später fast alle für mehr als nur die Grundausstattung. Gefällt das Konzept, kommen immer einige der Komfortstufen zum Einsatz. Selbst bei knappen Etats finden sich irgendwo noch irgendwelche versteckten Töpfe und Titel, aus denen man zusätzliche Finanzmittel abzweigen kann.