Konzepte leben auch über ihre sprachliche Form, nicht nur über ihre strategischen Inhalte. Ein lieblos zusammenformuliertes Konzept in zugeknöpftem Deutsch hat es schwer, Vertrauen zu gewinnen. Darum lasse ich mir bei jedem Konzeptpapier ausreichend Zeit, um auch die Sprache in Fluss zu bringen.
Meistens fließt es fast wie von allein und trägt mich Satz um Satz voran. Aber hin und wieder wollen die Formulierungen nicht mehr so richtig, die Sätze geraden ins Stocken und die treffenden Worte verstecken sich. Mir fallen nur noch gehaltlose Klischees und kantige Schachtelsätze ein.
In solchen Situationen rettet mich dann meist ein prächtiges Helferlein. Gemeint ist der Wortschatz der Universität Leipzig. Eine frugale Homepage im Google-Look kommt auf den ersten Blick sehr anspruchslos daher. Aber sobald man Hilfe suchend ein Wort eingetippt hat, öffnet sich eine wahre Wortschatztruhe: Synonyme, Wortverbindungen, Bedeutungsgruppen, linke und rechte Nachbarschaftsworte, Fundstellen aus dem Projekt Gutenberg – alles was der leere Kopf braucht, um im laufenden Text wieder Fuß zu fassen.
Ich nutze den Wortschatz aus Leipzig inzwischen fast täglich. Er ist mir gewissermaßen schreibensnotwendig geworden.
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