Das schriftliche Briefing für meinen nächsten Auftrag ist dreiundzwanzigeinhalb Seiten lang. Da wird der gesamte Horizont der Kommunikationsaufgabe in epischer Breite geschildert. Das ist viel, viel, viel zu lang. Das Wort „Briefing“ kommt vom englischen „kurz“. Ein schriftliches Briefing muss sich auf die wesentlichen Instruktionen für den konzeptionellen Einsatz konzentrieren. Es fängt bei einer halben Seite an und hört bei maximal sieben Seiten auf. Klipp und Klar wird auf den Punkt gebracht, wohin die Reise gehen soll. Der Konzeptioner liest und weiß sofort, was Sachstand ist.
Mehr Seiten transportieren mehr und mehr Fakten, und mit zunehmender Menge der Fakten verliert das Briefingpapier seine instruktive Stringenz. Okay, manchmal ist die Sachlage kompliziert, das sehe ich ein. Dennoch sollte das Briefing immer und ohne Ausnahme kurz und knapp bleiben. Alle ergänzenden und vertiefenden Fakten gehören ins Hintergrundmaterial, das dem Briefing beigelegt wird.
Was werde ich im vorliegenden Fall tun? Ich magere das dicke Papier auf drei Seiten ab, schicke die schlanke Version an den Auftraggeber zurück und frage nach, ob ich sein Briefing so richtig verstanden habe.
In solchen Fällen ist jedoch die Gefahr groß, dass die Briefingkürzung mit Hirn länger dauert als die eigentliche Konzepterstellung.
Sehr schön auch, wenn man dann noch Rückfragen zum Briefing und zur Materialsammlung hat und zur Antwort bekommt: "Ach, das weiß ich auch nicht. Hab ich doch nicht alles durchgelesen."
Kommentiert von: Ulli Kiebitz | 04. April 07 um 14:29 Uhr