In den letzten Wochen bin ich wiederholt über einen neuen Branchenbegriff gestolpert, den es bisher in meinem Vokabular nicht gab. Auch Google musste passen. Kein Treffer für „Dominanzkampagne“. Mit diesem Begriff charakterisiert man seit Neuestem eine Kommunikationskampagne, die die Menschen mit Macht überrollt. Niemand hat eine Chance zu entkommen. Die Auris-Kampagne von Toyota wird gerne als Anschauungsbeispiel für diese neue Art der Kampagenführung genutzt. Toyota hat für einen Monat ganz Deutschland epidemisch mit Großflächenplakaten überzogen. Angeblich waren 200.000 von 300.000 Anschlagstellen im Land zeitweilig für Auris okkupiert.
Statt intelligenter Strategie versucht man es mit brachialer Gewalt – und in den Augen der Branche leuchten sofort die Dollarzeichen auf, denn Dominanzkampagnen spülen gewaltig Geld in die Kassen der Beteiligten. Folgerichtig wird flugs die „Dominanzstrategie“ zur neuen Wundertherapie gegen das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom der Verbraucher hochstilisiert.
Meinen Damen und Herren Verbraucher, stellen Sie sich schon einmal darauf ein, dass in der nächsten Zeit weitere kraftprotzende Konzerne versuchen werden, Deutschland mit einer gewaltigen Werbewalze im Sturmangriff zu überrollen. Ich habe auch schon einen „Schlachtruf“ für diesen neuen Dominanztrend: „Und bist du nicht willig, so brauch´ ich Gewalt!“
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