Ich bin nicht so der große Fernsehfreak. Zwei, drei Stunden vor der Glotze, mehr kommen in der Woche nicht zusammen. Das wäre eigentlich kaum der Rede wert, wenn ich nicht in den letzten Monaten in meinem TV-Konsum eine merkwürdige Mutation beobachten würde.
Ich klicke immer öfter das weltweite Netz an, wenn mir der Sinn nach Fernsehen steht. Denn via Internet kann ich die Sendung meiner Wahl genau zu dem Zeitpunkt schauen, an dem ich den Rücken frei habe. Ich brauche nie mehr Stress aufzumachen, falls ich merke, dass mein Arbeitspensum bis zu den Nachrichten um 19 Uhr nicht zu schaffen ist. Dann schaue ich mir „heute“ halt eine Stunde später an, wenn alles getan ist und ich mich entspannt dem Weltgeschehen widmen kann.
Als ich mir kürzlich neuen Lesestoff kaufen wollte, da sichtete ich an einem ruhigen Abend über das Web alte Buchbesprechungen des ARD- Büchermagazins „Druckfrisch“ und holte mir die nötigen Inspirationen. Letzte Woche hatte ich Abendvorlesung, während im wdr-Fernsehen „Quarks & Co“ lief. Das Thema interessierte mich brennend. Ich bin zwei Tage später online auf Sendung gegangen und habe absolut nichts verpasst. Aber, liebe Fernsehgemeinde, als ich da so vor dem PC saß, da fiel es mir wie Schuppen von den Augen, dass ich im Mai bis dato noch nicht ein einziges Mal den Fernseher angeschaltet und nach Programm geschaut hatte. Wo soll das bloß noch hinführen?
Ein weiterer Vorteil bei dieser Art des Fernsehens: Man läuft nicht so leicht Gefahr, sich vom Programm berieseln zu lassen.
Wenn die Sendung zuende ist, ist sie erstmal zuende. Weiterschauen ist da eine viel bewusstere Entscheidung (die auch seltener getroffen wird), als im normalen Sendebetrieb.
Kommentiert von: Flo | 06. Juni 07 um 00:14 Uhr