Ach du bist es, komm‘ doch rein!
Nein, du störst nicht, ich bin ohnehin mit der Konzeptarbeit gerade an einem mausetoten Punkt.
Nichts Dramatisches! Es hakt bei der Zielgruppenanalyse, ich müsste die Mittlerzielgruppen stärker fokussieren und kriege das einfach nicht gebacken.
Von Dialoggruppen zu schreiben, wäre zeitgemäßer? Alter, jetzt fängst du auch noch an!
Weißt du, mich nervt, dass sich in letzter Zeit so gut wie jedes Unternehmen die Dialogkommunikation auf die Fahnen schreibt. Aber schau dir die Fahnen an, es sind größtenteils nur flatterhafte Wimpel aus bunt bedrucktem Papier.
Nö, ich bin nicht gegen Dialogkommunikation. Im Gegenteil, ich bin sogar sehr dafür! Ich bin nur gegen die Art und Weise wie landauf landab mit dem Begriff Dialog Potemkinsche Dörfer gebaut werden. Die meisten, die da so vollmundig den kunden- oder bürgernahen Dialog in PR und Werbung für sich proklamieren, bekommen doch nicht annähernd einen überzeugenden Dialog zustande…und wollen es oft auch gar nicht…
Wie ich das meine? Na, manche stellen unten in ihre Anzeigen einen Coupon, mit dem man weiteres Infomaterial anfordern kann. Andere chartern ein Callcenter, das mit langer Warteschleife und 0,49 Cents in der Minute hauptsächlich Nerven und Geld kostet. Und das nennen die dann selbstbewusst Dialog und brüsten sich damit. Aber läuft so Dialogkommunikation?
Eben! Eben! Ein richtiger Dialog braucht viel mehr. Er muss offen und ehrlich sein, er muss dauerhaft und differenziert geführt werden. Er ist kein Lippenbekenntnis, sondern eine Herzensangelegenheit. Und solange das nicht der Fall ist, werde ich für meinen Teil in den Konzepten nicht von Dialoggruppen, sondern weiterhin von Zielgruppen schreiben.
Danke, ich hatte gehofft, dass du das genauso siehst. Aber lassen wir das, ich bekomm‘ sonst nur wieder einen dicken Hals. Sag‘ mal, was hat dich eigentlich zu mir geführt?
Echt?
Das darf doch nicht wahr sein! Er nun wieder! Erzähl‘!
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