In den letzten Wochen habe ich gleich von mehreren Werbeagenturen gehört, dass es eine ganz unerwartete Baisse beim Nachwuchs gibt. Während in den letzten Jahren die Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz in der Werbung gleich waschkörbeweise eingingen, nimmt sich in diesem Jahr die Resonanz vergleichsweise verhalten aus. Was ist denn da los?
Die Ursache lässt sich schnell ausmachen. Im letzten Jahr wurde der Ausbildungsrahmen in der Branche verändert. Der altgediente „Werbekaufmann“ mutierte zum zukunftsweisenden „Marketingkommunikationskaufmann“. Damit wurde der Entwicklung der Werbebranche hin zur integrierten Kommunikation Rechnung getragen.
Aber es gibt Anlaufprobleme. Anscheinend kennen die jungen Leute den neuen Berufsbegriff noch nicht oder können ihn nicht richtig zuordnen. Der Marketingkommunikationskaufmann muss erst gelernt werden.
Und es kommt noch ein zweites Handicap hinzu. Der Werbekaufmann hatte sich über die Jahrzehnte fast wie eine Marke emotional aufgeladen. Er war unter Schulabgängern angesagt und galt als „Traumberuf“. „In die Werbung gehen“ - das hatte was. Der neue Marketingkommunikationskaufmann dagegen klingt beim ersten Hören eher unspektakulär nach „grauen Socken“. Es fehlt noch die nötige Strahlkraft.
Bin die ganze Nacht schon auf der Suche nach einem Diagramm oder einer offiziellen Quelle die genau das belegt was Sie oben beschrieben haben... bzw. eigentlich möchte ich sogar noch einen Schritt weiter gehen. Manche Studenten oder auch Azubis sind frustriert, weil Sie befürchten die Werbebranche sei tot... meines Wissens nach ist das nicht der Fall. Puls check... Nee - lebt noch...
Falls Sie zufällig ein Diagramm, besser eine Kurve haben, die die Entwicklung der Branche in den letzten Jahren zeigt - inkl. Stellenausschreibungen, Bewerberzahlen wäre das fantastisch...
Um nun auf Ihr Thema zurück zu kommen^^, so ist das Problem wohl auch nicht nur, dass kein Nachwuchs da ist, sondern, dass der vorhandene 'arbeitswillige' Nachwuchs nicht ausreichend qualifiziert ist - und zum Kaffeekochen gibts genug Praktikanten...
PS: Mache mir keine großen Sorgen um Berufsbezeichnungen (ich sag nur "Facility Manager" = Hausmeister), die ändern sich sowieso so schnell - und das müssen Sie auch... - mache mir viel mehr Sorgen um eine allgemeine Fehleinschätzung der Branche...
Kommentiert von: Daniel G. | 01. September 07 um 05:08 Uhr