Unsere Informationsgesellschaft droht in der großen Kommunikationsflut zu ertrinken, der Pegelstand steigt und die Menschen haben die Schotten längst dicht gemacht. Werbung, PR und die anderen Kommunikationsdisziplinen kämpfen mit aller Macht, um für sich den letzten Zipfel Aufmerksamkeit zu retten. Mit immer weniger Aussicht auf Erfolg, denn was zu viel ist, ist zu viel.
Was lässt sich gegen die Misere tun? Die Experten sind ratlos. Ich nicht! Für mich ist das eigentlich ganz einfach und naheliegend. Meine Fluthilfe lautet: Wirb die Hälfte!
Wer die Kommunikationsüberflutung dadurch bewältigen will, dass er die Werbeschwemme immer noch weiter vergrößert und die Augen und Ohren immer noch lauter, bunter und massiver überschwemmt, der steuert langsam aber unaufhaltsam auf den Untergang zu.
Für Unternehmen und Institutionen ist es daher an der Zeit, ihren Kommunikationsüberdruck zurückzunehmen und endlich mit Ruhe und Klugheit zu kommunizieren. Quantität in Werbung und PR muss durch Qualität ersetzt werden. Die Kommunikation der Zukunft geht nicht über Masse und Macht, sondern über Klasse und Präzision. Erst mit einer intelligent konzipierten Ansprache wird das kakophonische kommunikative Grundrauschen zurückgehen, Aufmerksamkeit und Interesse können sich erholen. Mit sinkendem Pegelstand der Reizüberflutung steigen dann auch wieder die Beachtungserfolge und der Wirkungsgrad der Kommunikation.
Wirb´ die Hälfte? Wäre schon schön, aber daraus wird nichts! Denn sobald ich diesen Vorschlag in irgendeiner Brancherunde zu Gehör bringe, wird er sofort als „völlig unrealistisch“ in der Luft zerrissen. Der Grund dürfte auf der Hand liegen: Medien, Agenturen, Druckereien, Lettershops, Promoter, Werbefilmproduzenten – sie alle verdienen kräftig an der Überdosis Kommunikation und keiner ist bereit, sich an die eigene goldene Nase zu fassen.
Ich denke, das Problem ist eher ähnlich wie beim Abrüsten: Solange es nur einer tut, ist derjenige erstmal der doofe. Wenn eine Firma ihre Werbequantität verringert, wird sie erstmal von den anderen übertönt. Daher weiß ich auch nicht so recht, wie man eine Reduzierung erreichen könnte. Einen "Abrüstungsvertrag" in der Werbebranche halte ich für eher unwahrscheinlich...
Kommentiert von: Flo | 08. November 07 um 15:07 Uhr