Letzte Woche habe ich an dieser Stelle über die Tücken der konzeptionellen Maßnahmenplanung nachgedacht. Siehe unten. Dazu fällt mir noch eine Begegnung ein. Ich saß mit einem meiner Kunden im Starbucks auf der Friedrichstraße und er berichtete von seiner gerade abgeschlossenen Kampagne. Der gute Mann hatte alles auf eine Karte gesetzt und fast seine gesamten Etatmittel fürs Jahr in eine Direktmailingkampagne investiert. Hunderttausende von potentiellen Kunden wurden per Werbebrief persönlich angeschrieben. Die Resonanz war niederschmetternd. Der Response (= Anzahl der Interessenten, die anriefen oder den Antwortcoupon ausfüllten) lag bei mageren 4 Promille. Das ist zwar kein Totalverlust, aber verdammt nahe dran.
Und die Moral von der Geschichte: Man sollte in der Umsetzung seiner Kommunikationsstrategie nie Vabanque spielen und alles auf eine einzige große Maßnahme setzen. In Zeiten der kommunikativen Reizüberflutung ist eine solche Monokonzentration brandgefährlich. Die Kommunikation ist keine empirische Wissenschaft, der Zufall spielt eine große Rolle und sorgt immer wieder für Überraschungen. Darum ist es ratsam, stets mit einem Netz von Mitteln und Maßnahmen die Aufmerksamkeit der Zielgruppen einzufangen. Es gibt mehrere operative Kommunikationsknoten, die eng miteinander verbunden sind und sich synergetisch verstärken. Fällt ein Knotenpunkt aus, dann springen die anderen ein und gleichen aus.
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