Ein Unternehmen lud zum „Zukunftsforum“ ein. Die groß angekündigte Veranstaltung sollte das moderne Selbstverständnis und das neue Leistungsspektrum in Szene setzen. Rund 100 Kunden, Geschäftspartner, Meinungsbildner und Medienvertreter waren gekommen. Ganz hinten in der vorletzten Reihe saß ich.
Der Vorstand führte durch die Präsentation und pries sein Unternehmen in hohen Tönen. Von zukunftsweisenden Konzepten und geschärftem Trendbewusstsein war die Rede. Die offensive High Tech-Strategie wurde beschrieben und die Dialogbereitschaft mit Kunden und Öffentlichkeit herausgestellt.
Alles war wohl formuliert. Es klang rund, was da auf dem Podium proklamiert wurde, nur konnten mich die Worte nicht überzeugen. Das Forum fand im Foyer des Unternehmens statt. Das Ambiente dort war in die Jahre gekommen und atmete das Flair (oder besser: den Mief) der fünfziger Jahre. Sehen so die zukunftsweisenden Konzepte und das Trendbewusstsein aus? Das dicke schwarze Kabelmikrophon koppelte ständig zurück und das Projektionsbild des Beamers blendete unten links „Bitte Projektorlampe auswechseln“ ein. Was ist daran Hightech? Als endlich die Gäste zu Wort kamen, war die Zeit hoffnungslos überzogen und das gemeinsame Gespräch wurde kurzerhand abgewürgt. Wie passt das zur Dialogbereitschaft?
Die Worte des Vorstands wollten vorne und hinten nicht zu Kulisse und Rahmenhandlung passen. Das Gesagte erreichte zwar meinen Verstand, aber mein Unterbewusstsein erlebte etwas ganz anderes. Und dieser Widerspruch gewann schnell die Oberhand und dominierte den Gesamteindruck.
Am Ende war für mich das „Zukunftsforum“ ein Exempel für misslungene Kommunikation. Der Lehrsatz heißt: Der Gesamteindruck schlägt ins Negative um, wenn es nicht gelingt, Botschaft und Bilder der Kommunikation in Einklang zu bringen. Schon kleine Widersprüche können den Gesamteindruck zerstören. Dieser Satz gilt nicht nur für Veranstaltungen, sondern auch für Anzeigen, Broschüren, Werbebriefe, Weblogs, Pressemitteilungen, Messestände…und…und….und.
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