Vorwärts mit Gebrüll, Berlin hat einen neuen Schlachtruf (= Slogan). In einem groß angelegten Pitch (=Wettbewerb) wurden Ideen gesammelt und von einem Expertengremium gesichtet. Die Entscheidung ist gefallen. Der neue Berlin-Slogan heißt: be berlin (beides kleingeschrieben). Ich will mich an dieser Stelle nicht über die Genialität oder Stupidität dieses Slogans auslassen. Da lässt sich ein Urteil erst fällen, wenn der Slogan im kreativen Kontext der Kampagne lebendig wird. Man wird sehen.
Dennoch drängt es mich an dieser Stelle, lauthals zu verkünden, dass ich beim Lesen von „be berlin“ einen dicken Hals bekommen habe. Es darf doch nicht wahr sein! Oder doch?
Im August 2007 hatte ich mir das schriftliche Briefing für die Slogan- und Kampagnenausschreibung besorgt, um es einige Tage später in einem Seminar als Übungsbriefing zu verwenden. Tja, und in diesem Briefing (=Arbeitsanweisung) stand schwarz auf weiß – ich zitiere: „Für den Slogan ist die deutsche Sprache zu wählen.“ Da stand nicht „…kann die deutsche Sprache gewählt…“ oder „…sollte bevorzugt die deutsche Sprache…“ sondern ganz kategorisch „…ist die deutsche Sprache zu wählen“.
Ein Briefing ist das grundlegende Regelwerk für einen Wettbewerb. Klare Regeln sind wichtig. Sie gelten ausnahmslos für alle Beteiligten- auch für den Wettbewerbsveranstalter. Im be berlin-Fall scheint man es mit den Regeln nicht so genau zu nehmen. Leute, das ist ein grobes Foul!
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