Wenn es um die Namensgebung für Unternehmen, Vereine, Verbände, Arbeitskreise und Initiativen geht, liegen Abkürzungen nach wie vor im Trend. Ich rate zwar von Buchstabenkombinationen ab, denn ein Name will gelernt werden und Akronyme wie TZLEB oder RGVL bahnen sich nur schwer einen Weg in die grauen Zellen der Zielgruppe. Aber viele Unternehmen und Institutionen schwören auf Abkürzungen und lassen sich nicht davon abbringen. In diesem Fall versuche ich zumindest, das Beste aus den Abkürzungsnamen zu machen. Ich halte mich an folgende Regeln:
Erstens. Der Kurzname sollte kein dürres Konsonantengerippe sein, sondern einen merkfähigen Wortkörper bekommen. Für „Deutscher Lohn- und Tarifverein“ also nicht „DLTV“, sondern besser „DELTA“.
Zweitens. Die Geschlechtsmerkmale von Akronym und Langbegriff dürfen sich nicht in die Quere kommen. Der „Technologie- und Innovationsausschuss“ (m.) ist mit „TINA“ (w.) nicht eindeutig bestimmt. Im Satzzusammenhang kommt der TINA ziemlich ins Stolpern.
Drittens. Auch der Numerus von Kurzwort und Langbegriff sollte deckungsgleich sein. Man stelle sich vor, die „Unabhängigen Lernlabore Aachen“ (pl.) kürzen sich „ULLA“ (sg.) ab. Sofort kommen sich Singular und Plural in die Quere, wenn man z. B. liest: „ Die ULLA bekommen neue Kinder…“.
Viertens. Die Assoziation des Kurzwortes muss zur Persönlichkeit der langen Version passen. Ob die eisenharte „Monopolunion für Stahl und Eisen“ mit einer samtweichen „MUSE“ die angemessene Kürze bekommt? Wohl kaum!
Fünftens. Wer einen Kurznamen wählt, sollte konsequent dabei bleiben. Der neue Name prägt sich nicht ein, wenn man in der Kommunikation immerfort springt und mal „TIP“, mal „Theisen Investpool“, mal „Theisen“, mal „Investpool“ nach oben stellt.
Ich habe als erstes Be Berlin gelesen. Also wie ein Stotterer, der das nicht auf Anhieb rauskriegt. Auf das englische "be" bin ich nicht gekommen.
Kommentiert von: satyasingh | 05. März 08 um 15:05 Uhr