Im Alltag der institutionellen Kommunikation werde ich oft mit einem hinderlichen „Fernrohr-Paradoxon“ konfrontiert, das sich nur schwer auflösen lässt.
Der Kommunikationssender (also in der Regel mein Kunde) schaut von hinten vergrößernd durch ein imaginäres Fernrohr. Er ist damit ganz dicht dran am Geschehen. Die gesamte Kommunikation wirkt auf ihn riesengroß. Ob dass nicht alles zu gewaltig, zu viel, zu grell, zu oft, zu laut ist? Er kann sich nicht helfen, aber die Kampagne kommt ihm irgendwie penetrant und übersteigert vor. Das erzeugt ihm Unbehagen, instinktiv sucht er Deckung und will sich in Zurückhaltung üben.
Der Kommunikationsempfänger (also in der Regel der potenzielle Kunde meines Kunden) hält das imaginäre Fernrohr in der Realität aber verkleinernd anders herum. Alles ist weit, weit, weit weg. Im überbordenden Diorama unserer Informationsgesellschaft ist für den Empfänger nur wenig klar auszumachen. Tausend Reize dringen von allen Seiten auf ihn ein. Das Auge irrt umher und hat Probleme, Einzelheiten zu fixieren.
Will der Sender erfolgreich kommunizieren, dann muss er das Fernrohr in seinem Kopf drehen und mit der weitwinkligen Perspektive des Empfängers auf die Dinge schauen. Aus diesem Winkel erkennt man sofort: Nur wer absolut klar, konzentriert, bildstark, strukturiert und ständig wiederholend kommuniziert, sticht ins Auge und bleibt im Gedächtnis haften.
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