Vor langer, langer Zeit, im Jahre 1986 fand in Berlin eine Mixtur aus Messe und Workshop für innovative Unternehmer unter dem Titel „BIG-Tech´86“ statt. Ich habe damals zusammen mit einem Kollegen die Pressetexte für die begleitende Kommunikation verfasst. Keine Ahnung, worum es bei den Texten inhaltlich ging, in meinem Gehirn sind keinerlei Spuren zurückgeblieben. Nur ein kleiner Fehltritt hat bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen. Als ich die Texte im Messebüro in der Weddinger Ackerstraße vorstellte, handelte ich mir herbe Kritik ein, weil in meinem Manuskript mehrere Male der Begriff „innovativ“ auftauchte. Dieser Begriff sei ziemlich abgegriffen, floskelhaft und langsam aber sicher von der Zeit überholt, erklärte man mir mit Nachdruck. Die verantwortliche Projektleiterin legte mir ans Herz, ich solle doch noch einmal in Ruhe nachdenken, ob es da nichts Treffenderes gäbe. Warum ich diese verstaubte Reliquie ans Licht meines Weblogs zerre? Abwarten, gleich kommt´s!
Dreiundzwanzig Jahre später.
Ich war heute Vormittag auf einem Kundentermin und stellte ein kleines Konzept vor. Alles lief blendend – bis auf einen kleinen Fehltritt. In meinem Konzept tauchte immer mal wieder der Begriff „innovativ“ auf. Allgemeines Kopfschütteln. Dieser Begriff sei ziemlich abgegriffen, floskelhaft und langsam aber sicher von der Zeit überholt, erklärte der Kunde und ersuchte mich, im gesamten Konzept „innovativ“ zu streichen und durch einen passenderen Begriff zu ersetzen.
Da bin ich voll d'accord! "Innovativ" ist auch für mich eine Worthülse ohne jeden Inhalt. Falls ein Produkt oder eine Dienstleistung wirklich etwas bahnbrechend Neues hat, kann man das sicher auch anders formulieren.
Aber zugegeben: Es gibt auch Kunden, die immernoch voll darauf stehen. Und es ist meistens nicht möglich, diesen das auszutreiben.
Aber der Kampf geht weiter !!! ;o)
Kommentiert von: Iwo RandojA | 09. April 09 at 09:37 Uhr