Ich sitze mutterseelenallein im Besprechungsraum einer Agentur und warte. Um 15 Uhr war die Teambesprechung angesetzt. Jetzt ist es genau 15:07 Uhr - und außer mir ist keine Seele im Raum.
Eine Ausnahme? Nö, die Regel! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man es in PR- und Werbeagenturen nicht so genau mit der Zeit nimmt. Meetings (an denen kein Kunde beteiligt ist) beginnen nur selten pünktlich. Zum festgelegten Termin ist niemand zur Stelle. Es geht erst 5, 10 oder 15 Minuten später los. Und bis der letzte Nachzügler in der Runde sitzt, vergeht eine halbe Stunde oder noch länger. Diesen Hang zur Verspätung erlebe ich nicht nur in Berliner Agenturen, es scheint eine deutschlandweite Epidemie zu sein. Ich weiß, wovon ich rede. Ich bin direkt betroffen, weil man von mir als externen Freelancer Pünktlichkeit erwartet. Folglich sitze ich öfter mal mutterseelenalein in leeren Besprechungsräumen und frage mich: Sind die notorischen Verspätungen vielleicht eine Art Freiheitsritual der Mitarbeiter oder liegt es am permanenten Agenturdauerstress oder ist es schlichtweg nur eine schlechte Angewohntheit?
Endlich wird mal ein Wort darüber verloren - in unserer Agentur handelt es sich meist auch um mehr als 15 Minuten Verspätung. Bei einigen liegen dann die Nerven blank, bei anderen erklingt ein routiniertes "ist-doch-klar"-Gelächter.
Meine Vermutung: Alle kommen später, weil jeder darauf wartet, dass der andere den ersten Schritt in den Meeting-Raum tut.
Kommentiert von: Kristin | 29. Mai 09 at 09:25 Uhr
Ich nehme mal an, dass du als Freelancer Tagessätze oder Pauschalen abrechnest? Wären es Stunden, dieser Beitrag wäre wohl überflüssig?
Kommentiert von: Frank | 26. Juni 09 at 11:16 Uhr