Gestern fiel die Pitch-Entscheidung. Ich (bzw. die Agentur, für die ich im Einsatz war) bin wieder mal nur Zweiter geworden. Das darf doch alles nicht wahr sein, ich hatte nach der Präsentation so ein gutes Gefühl! Aber Fakt ist, dass den Etat ein Mitbewerber geholt hat. Jetzt bloß keinen Frust schieben. Nach dem Pitch ist vor dem Pitch, die nächste Wettbewerbspräsentation habe ich schon in Arbeit.
Eins macht mich allerdings stutzig: Ich ging in den letzten Jahren bei ungefähr jedem zweiten verlorenen Pitch nach Auskunft des Auftraggebers als Zweiter durchs Ziel. Bin ich nicht gut genug? Klebt an mir das verdammte Pitch-Pech? Nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Stattdessen keimt ein anderer Verdacht auf. Ich schätze, Auftraggeber trösten die Verlierer vorzugsweise mit „Sie sind ehrenvoller Zweiter geworden“, „Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen“ und „Sie haben gute Arbeit geleistet und es fehlte nicht viel“. Aber das ist alles nur Taktik! Alles nur Psychologie! So versüßen sie die bittere Medizin, damit man die Niederlage besser schluckt. Der Frust wird gedämpft und dem Verlierer fällt es schwerer, kritisch nachzufragen oder wohlmöglich sogar seinem Ärger Luft zu machen.
"Der/Die Zweite ist der erste Verlierer/in..."
So heißt es doch im Wettkampfsport. Und Pitchen scheint ein brutaler Wettkampf zu sein, bei dem es nicht mal eine Silber- oder Bronze-Medaille gibt.
Kommentiert von: Bryah | 21. August 09 um 15:47 Uhr
Ein Pitch ist doch eher ein Würfelspiel. Gelegentlich gewinnt tatsächlich der "beste" Vorschlag, gelegentlich das Geschmäckle des Kunden, gelegentlich persönliche Beziehungen unabhängig vom präsentierten Inhalt, gelegentlich eine politische Entscheidung, die schon vor der Präsentation gefällt wurde.
Natürlich schmerzen Niederlagen beim Pitch, aber die Gründe dafür sind oft nicht das eigene "Versagen".
Kommentiert von: Iwo Randoja | 01. September 09 um 11:04 Uhr