Vor einigen Tagen hatte ich einen Besprechungstermin bei einem Kunden. Gemeinsam stimmten wir eine neue Broschüre ab. Ich zitiere aus dem Gedächtnis:
Schmidbauer: Ich habe heute Morgen Ihr Groblayout durchgeblättert. Das scheint mir verdammt viel Text für die Broschüre zu sein. Weniger ist mehr. Wir sollten die Informationsmenge erheblich reduzieren, das liest doch sonst keiner mehr.
Kunde: Ausgeschlossen! Sie glauben nicht, wie lange die Kollegen in der Arbeitsgruppe am Text gefeilt haben. Ein gutes halbes Jahr hat die Arbeitsgruppe getagt. Da steckt jetzt wirklich alles drin, was unser Unternehmen ausmacht, und das sollten unsere Kunden schon alles wissen, finde ich.
Schmidbauer: Aber, wenn ich Ihr Layout richtig verstehe, dann haben Sie eine reine Textlösung im Sinn - wenn man mal vom Logo auf der Titelseite absieht. Das ist nicht optimal, Sie sollten unbedingt auch mit Bildern arbeiten. Ich rate Ihnen, wichtige Textaussagen mit Fotos und Infografiken zu unterstützen.
Kunde: Jetzt widersprechen Sie sich aber! Gerade merkten Sie an, die Informationsmenge sei zu hoch - und im nächsten Satz wollen Sie durch Bilder noch mehr Informationen in die Broschüre stopfen. Weniger ist mehr, das haben Sie doch selbst gesagt. Nee, nee, Fotos und Grafiken können wir uns sparen.
Kommentare
Hallo Herr Schmidbauer,
leider kein Einzelfall ... Wir haben auf Ihren Beitrag verlinkt und auch gleich einen Kommentar erhalten.
http://www.textwende.de/index.php/schreiben_im_beruf/text/alles-oder-weniger/
Kommentiert von: Ania Dornheim | 16. Oktober 09 um 12:24 Uhr