Wo fühlen sich Keime im Haushalt am Wohlsten? Nicht in der Küchenspüle, nicht auf der Computertastatur oder gar im Plastikkopf der Dusche. Eine internationale Forschergruppe kam in einer groß angelegten Untersuchung von 45 Fingerhüten aus Schneiderwerkstätten und Privathaushalten zu einem überraschenden Ergebnis: Die gefährlichsten Keime lauern im Fingerhut. Der kleine metallene Hut ist ein Paradies für unzählige Bakterien. Da Fingerhüte in den Nähkästen der meisten Haushalte anzutreffen sind, gehen die Wissenschaftler in ihrem Abschlussbericht von einem ernst zu nehmenden Gesundheitsrisiko aus.
Die Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse hat für weltweites Aufsehen gesorgt. In einschlägigen Internetforen und Weblogs wurden Tipps zur Fingerhutreinigung gegeben. Hausfrauenvereine und Nähclubs reagierten mit spontan organisierten Desinfektions-Aktionen und der Berufsverband der Schneider forderte eine vorbeugende Schutzimpfung für seine Mitglieder. In Brüssel wurde verlautbart, dass die EU bereits an einer entsprechenden Hygieneverordnung arbeite. Wie aus Insiderkreisen zu hören ist, soll die neue Verordnung noch in diesem Jahr in Kraft treten. Auf Nachfrage warnte das zuständige Bundesgesundheitsministerium allerdings vor jeglicher Panikmache. Es seien in Deutschland bisher noch keine Todesfälle aufgrund von Fingerhutinfektionen bekannt geworden. Vorbeugend sollten aber alte Menschen und Schwangere auf der Hut sein und das Verwenden von Fingerhüten vermeiden. Foto Copyright: Cpro- Fotolia.com
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