Als ich am Sonnabend in aller Herrgottsfrühe im ICE nach Mannheim saß, ganz entspannt den Berliner Tagesspiegel aufschlug und zu lesen begann, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen: „Bund entzieht Eliteuni die Anerkennung“, stand da in großen Lettern. Gemeint war die UMC Potsdam. Die UMC ist zwar keine Eliteuni, auch war es nicht der Bund, der ihr die Anerkennung entzogen hat, aber die Schlagzeile knallte gut rein. Fakt ist, dass der deutsche Wissenschaftsrat (quasi der TÜV für die Hochschulen in Deutschland) der privaten Fachhochschule UMC Potsdam die Akkreditierung verweigert hat, und dass das Wissenschaftsministerium in Brandenburg die Anerkennung der Hochschule zum Jahresende voraussichtlich auslaufen lässt. Zwar dürfen die rund 330 Studenten ihr Studium zu Ende führen, aber die Hochschule wird keine neuen Studenten mehr immatrikulieren. Aus die Maus? Nein, mit einem neuen Präsidenten und einem strafferen Konzept will die UMC in 2 – 3 Jahren einen neuen Anlauf machen. Aber das Image dürfte ziemlich ramponiert sein und ich frage mich, ob nicht etliche aus dem Studentenstamm im Stillen darüber nachdenken, auf eine andere Hochschule zu wechseln.
Organisatorische Fehler und fehlende strategische Linie wirft der Wissenschaftsrat der UMC vor. Ob und inwieweit das zutrifft, kann ich nicht beurteilen. Mir fehlt der Einblick. Gleichwohl ist diese Entwicklung für mich ein kleiner Schock. Ich bin zwar nur selten als Dozent/Referent in Potsdam zu Gast, aber das regelmäßig und vom ersten Tag an. Ich fühle mich also dem Laden durchaus verbunden - und jetzt das!
Weitere Infos:
Stellungnahme des Wissenschaftsrats