Anfang des Jahres 2009 wurde ich von Studenten nach meiner persönlichen Einschätzung gefragt, ob und in wieweit die Wirtschaftskrise auch auf mein Konzeptionsgeschäft durchschlagen könnte. Ich erwiderte, dass ich dunkle Schatten aufziehen sähe und durchaus mit 10 bis 15% Honorareinbußen rechnen würde.
Nun ist das Jahr vorüber und bezogen auf meine Auftragslage lässt sich rückblickend sagen: Krise? War da was? Das Jahr 2009 ist nicht einen Deut schlechter als die Vorjahre gelaufen und 2010 hat bereits an Fahrt aufgenommen.
Also alles beim Alten geblieben? Nein, eine Veränderung ist dennoch zu erkennen. Die Art meiner Konzeptaufträge hat sich 2009 gewandelt. Vielleicht ist es Zufall, aber ich hatte kaum noch Konzepte für aufwendige Status-, Prestige- & Protz-Kommunikation auf dem Programm. Nicht eine üppige Gala-Veranstaltung und auch keine doppelseitige 4c-Anzeige. Im Status-Segment wurde massiv der Rotstift angesetzt. Dafür waren verstärkt Kommunikationskonzepte für handfeste Problemlösungen gefragt. Abgesprungene Stammkunden zurückgewinnen, ein unglaubwürdig gewordenes Produktversprechen rehabilitieren oder die Medienkommunikation in einer akuten Krisensituation steuern - so oder ähnlich lauteten die Konzeptaufgaben in 2009. Ich muss zugeben, diese Entwicklung gefällt mir, denn sie zeigt, dass gute Unternehmens- und Marketingkommunikation mehr kann, als verführerisch zu glänzen. Sie kann kraftvoll zupacken.
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