Lang, lang ist es her. 1993 bin ich von Harvard Graphics auf Powerpoint umgestiegen. Und seitdem besteht meine Präsentationswelt nur noch aus Powerpoint-Folien.
Deshalb war es für mich ein echtes Aha-Erlebnis, als neulich Abend eine meiner Studentengruppen nicht mit der unvermeidlichen Powerpoint-Präse auflief, sondern eine Präsentationssoftware der etwas anderen Art an die Wand projizierte. Nein, ich meine nicht Apples Keynote, denn das ist letztendlich auch nur Powerpoint für Schöngeister. Ich meine eine Präsentationssoftware mit dem putzigen Namen „Prezi“. Sofort beim Start der Präsentation erwachte das Publikum aus der üblichen Powerpoint-Lethargie und schaute genauer hin. Es war in der Tat ein neues, ungewohntes Präsentationserlebnis, denn die Prezi-Leute haben das Medium der Präsentation ganz neu gedacht. Bei Powerpoint klicke ich linear Folie für Folie durch - wie früher beim Diaabend. Prezi dagegen arbeitet mehr mit filmischen Mitteln.
Wie soll ich das erklären? Ich stelle mir ein großes Pinboard in einer Agentur vor, so groß, dass es über die ganze Wand geht. Alle Überschriften, Fakten, Schaubilder, Fotos und Videos, die ich präsentieren will, sind gut strukturiert an diese Wand gepinnt. Mit der imaginären Kamera fahre ich ohne Schnitt die gesamte Wand ab, halte an jedem Informationspunkt an, zoome näher heran, drehe den Ausschnitt, zoome wieder weg und schwenke weiter und weiter und weiter. Die Präsentation läuft so wesentlich dynamischer, eleganter und fließender. (Allerdings sind auch die Anforderungen für den Präsentator höher. Sein Vortrag muss quasi mitfließen, sonst entstehen Dissonanzen zwischen Wort und Bild.)
An besagtem Abend fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Es gibt ein Leben jenseits von Powerpoint! Wer sich selbst ein Bild machen will, hier ist der Link: www.prezi.de
Hi,
die webseite ist www.prezi.com
Kommentiert von: tanya | 13. Juni 11 um 19:59 Uhr