Hin und wieder bekomme ich von den Kommunikationsverantwortlichen im Unternehmen die strikte Arbeitsanweisung: „Herr Schmidbauer, bitte stellen Sie unbedingt sicher, dass ihr Konzept K & V ist.“
K & V – das ist keine Abkürzung aus der Buchhaltung und auch nicht der Markenname einer neuen Krankenversicherung. K & V heißt im Klartext „geeignet für Kinder und Vorstände“.
Jeder Vorstand wird täglich mit Unmengen von Zahlen, Fakten und Hintergrundberichten überschüttet. Seine Entscheidungen muss er Schlag auf Schlag treffen. Für langes Überlegen und gründliches Abwägen bleibt keine Zeit. Denn wer in der Chefetage zu lange zögert, hat schon so gut wie verloren. Ein vorstandstaugliches Konzept muss daher kurz und kinderleicht sein, mit starken Bildern arbeiten und sofort auf den springenden Punkt kommen. Alles leuchtet ein und ist reif für eine Entscheidung. Alles ist K & V.
Im Grunde gilt die K & V-Regel für alle Konzepte. Gute Konzepte sind fast immer überraschend einfache Konzepte, die sich mit wenigen präzisen Festlegungen klar ausdrücken. Vielleicht sollte man K & V ja besser mit „Kurz und Verständlich“ übersetzen. Das klingt dann auch nicht mehr so despektierlich.
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