Voraussetzung für ein tragfähiges Konzept ist ein fester Untergrund. Als Untergrund benötigt man ein klares Bild der Ist-Situation. Im Briefing bekommt man dieses Bild fast nie. Der Kunde steckt viel zu tief im Geschehen und hat den Tunnelblick. Deshalb muss der Konzeptioner im Anschluss an das Briefing selbst aktiv werden, recherchieren und Informationen sammeln.
Anfangs ist jede neue Information ein echter Fortschritt und löst ein Aha-Erlebnis aus. Das Bild beginnt sich zusammenzusetzen und man erkennt die Konturen immer besser. Doch man sollte die Recherche nicht zu weit treiben, denn irgendwann haben sich so viele Informationen angesammelt, dass man nicht mehr klarer sieht, sondern im Gegenteil. Die Informationen fangen an toxisch zu wirken. Man fühlt sich plötzlich wieder unsicher, die Konturen verschwimmen und jede zusätzliche information nährt den fürchterlichen Verdacht, dass man irgendetwas ganz Entscheidendes übersehen haben könnte. Bei empfindlichen Gemütern fängt sich jetzt an, Panik breit zu machen.
Um so eine Informationsvergiftung zu vermeiden, sollte man sich für jede größere Konzeptrecherche unbedingt einen konkreten Plan machen, am besten schriftlich. Der Plan legt fest, was man mit welchen Mitteln, in welchem Zeitraum klarstellen will. Der Rechercheplan reduziert den Aufwand und konzentriert sich auf das Wesentliche. Und sobald er abgearbeitet ist, fällt die Klappe. Die Recherche ist abgeschlossen. Ende. Basta.
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