Wiedergänger sind Verblichene, die immer wieder in die Welt der Lebenden zurückkehren und dort ihr Unwesen treiben. Der Versuch mit den sublimen Botschaften „Trinkt Cola!“ und „Esst Popcorn!“, die im Kino während des Films für Sekundenbruchteile eingeblendet werden und in der Pause zum Run auf Popcorn und Cola führen, ist ein solcher Wiedergänger. Vance Packard hat die Story 1957 in seinem Buch „Die geheimen Verführer“ in die Welt gesetzt. Die dunkle Macht der unterschwelligen Wahrnehmung war geboren und nicht mehr tot zu kriegen. Seit ewigen Zeiten begegnet mir diese Story in unzähligen Reincarnationen. Bücher Zeitungsartikel, TV-Features, Seminare, Vorlesungen - kein Medium ist vor ihr sicher. Gerade letzte Woche ist sie mir wieder in einem ansonsten sehr anregenden Fachvortrag erschienen.
Obwohl Vance Packards Buch seit langer Zeit vergriffen und nicht mehr wahr ist, die Story von den grusligen Zauberkünsten der Werbeindustrie lässt sich anscheinend nicht tot kriegen. Den meisten konsumgläubigen Menschen jagt sie auch heute noch einen wohligen Schauer über den Rücken.
Nur leider, leider hat die Sache einen Haken, einen ziemlich krummen Haken. Der legendäre Versuch mit der unterschwelligen Verführung im Kino hat sich nämlich als „Fake“ entpuppt. Oder auf gut deutsch gesagt: Die Story ist „erstunken und erlogen“. Den Versuch im Kino hat es nie gegeben - und er hätte auch nicht funktioniert. Deshalb, liebe Leute, flehe ich euch an: Lasst die alte Gruselgeschichte endlich in Frieden ruhen. Sie ist toter als tot.
Genau! Und wenn wir schon dran sind, dann begraben wir doch auch gleich noch die unsägliche Maslow-Pyramide, die wieder und wieder zitiert wird, aber empirisch einfach nicht belegt ist.
Kommentiert von: Lukwi | 20. Februar 12 um 15:26 Uhr
Es kann durch solche Unterschwelligen Botschaften wie bei diesem Beispiel kein Bedürfnis geweckt werden, wenn aber schon ein Bedürfnis besteht, kann der Konsument in eine bestimmte Richtung bzw. bestimmtes Produkt gelenkt werden.
Wenn also bspw. schon das Bedürfnis nach einem Colagetränk besteht und er bekommt Pepsi eingetrichtert ist, sind die Verkaufszahlen von Pepsi signifikant höher also ohne Beeinflussung.
Kommentiert von: Chris | 23. Februar 12 um 04:35 Uhr